Eine Neue Chance

Mein Blog | Meine Geschichte | Meine Chance | Meinungen und Gedanken zur Unterhaltsflucht §170 StGB | §111 StGB
Subscribe

Richter fordert Reform der Unterhaltssätze

Januar 24, 2010 Von: der_Rastlose Kategorie: Allgemein, Netzfundstücke, Unterhalt

Gefordert wird eine grundlegende Änderung der Berechnungsgrundlage. Ohne Reform bringe die Tabelle künftig „riesengroße Probleme“, prognostiziert Jürgen Soyka, Familienrichter aus Düsseldorf und Mitberechner der Tabelle, die vom Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf erstellt wird. Die seit 2008 geltende Koppelung des Mindestunterhalts an den Kinderfreibetrag sei hochproblematisch, sagte Soyka der WirtschaftsWoche. „Der starke Anstieg ist weder durch höhere Einkommen noch durch höhere Lebenshaltungskosten gerechtfertigt.“

Die schwarz-gelbe Bundesregierung plant, den Freibetrag für Kinder dem von Erwachsenen anzugleichen. Der Mindestunterhalt würde dann auf 500 Euro steigen. Soyka warnt: „Dann stehen der Unterhalt und das, was dem unterhaltspflichtigen Elternteil bleibt, in keinem angemessenen Verhältnis mehr.“.

Wahrlich interessant, dass ausgerechnet ein Mitberechner der Tabelle sich für eine Reform ausspricht. Im Grunde hätte dies doch viel früher auffallen müssen, dass diese Berechnung nicht mehr der Realitäts entsprechen kann. Darüber hinaus gehört in meinen Augen natürlich das gesamte Unterhaltskonstrukt auf den Prüfstand und an heutige gesellschaftliche Gegebenheiten angepasst, aber solche Forderungen sind natürlich vollkommen aus der Luft gegriffen.

Zum Artikel der Wirtschaftswoche

Zahlvater – Wen(n) der Staat abzockt

Januar 22, 2010 Von: der_Rastlose Kategorie: Allgemein, Netzfundstücke, Rechte & Gesetze

Ich bin im Netz mal wieder fündig geworden, Argumentationen und Fakten die mir ebenfalls aufgestossen sind. Daher dachte ich mir, ich stelle diese auch auf meiner Seite zur Verfügung:

Seit Anfang des Jahres gibt es erhöhte Sätze der Düsseldorfer Tabelle. Deren Steigerungen wurden mit der Erhöhung des sächlichen Existenzminimums für Kinder begründet. Doch geändert wurde noch weit mehr als nur die bloßen Unterhaltssätze.

Väter doppelt abgezockt

Gerne wird als Grund für regelmäßige Erhöhungen des Unterhaltes auf die Inflation verwiesen. Doch auch da stellen wir wieder ein regelmäßig auftauchendes, wirtschaftspolitisches Wunder fest: Die Inflation trifft offensichtlich nur jene, die Unterhalt beziehen und verschont regelmäßig jene, die Unterhalt zahlen müssen. Anders ist es nicht zu erklären, warum der Mindestselbstbehalt nicht erhöht, in einigen Fällen de facto sogar gesenkt wurde.

Interessant ist ohnehin, warum die Düsseldorfer Tabelle regelmäßig Inflationsanpassungen erfährt, denn Väter, deren Gehalt einen Inflationsausgleich in Form von Lohnerhöhungen bekommen, rutschen ohnehin ganz schnell in die nächst höhere Stufe der Unterhaltstabelle und müssen dadurch schon mehr zahlen. Der Inflationsausgleich findet für die Unterhaltsempfänger eigentlich automatisch statt.

Und wenn der Zahlesel keine Lohnerhöhung bekommt? Dann stünde der Familie – wenn sie nicht geschieden wäre – auch nicht mehr zur Verfügung. So werden Väter sogar gleich doppelt zur Kasse gebeten: Durch Lohnerhöhungen, die die Inflation ausgleichen, kommen sie in eine höhere Unterhaltsklasse, die außerdem noch wegen der Inflation gesteigert wird.

Bei Hartz-IV-Empfängern wird der erhöhte Unterhalt sogar noch direkt verrechnet – solchen Familien bleibt kein Cent mehr in der Tasche, sondern der Staat kassiert das zusätzlich überwiesene Geld der Väter komplett ab. Dafür fehlt es einer oftmals existierenden Zweitfamilie: Die haben grundsätzlich den erhöhten Zahlbetrag weniger zur Verfügung – eine klassische Umverteilung von der einen Tasche in die andere nach guter deutscher Art. Wirtschaftswachstum wird so mit Sicherheit nicht die Folge sein. Es geht wohl eher um eine Entlastung der Sozialkassen.

Damit wird auch deutlich, dass vor allem die Bedürftigsten, nämlich die Kinder von sozial schwachen Familien und die Zweitfamilien der Zahlväter, in besonderem Maße belastet werden. Der stets vorgetragene Zweck, den Kindern ein besseres Auskommen zu ermöglichen, könnte nicht scheinheiliger sein und hierdurch ad absurdum geführt werden.
Nicht zu vergessen: Der Barunterhalt soll als Ausgleich für die Betreuungsleistung des anderen Elternteils – meistens der Mutter – dienen. Interessant ist hier, dass die Zahlungen mit steigendem Alter drastisch in die Höhe gehen, obwohl sich der Betreuungsaufwand mit zunehmenden Alter verringert und es dem betreuenden Elternteil zugemutet werden kann, einen Teil des Finanzbedarfs des Kindes selbst zu decken.

So und nun kommt das, was ich eigentlich schon immer hinterfragt habe, worauf mir aber an keiner Stelle eine Antwort gegeben werden konnte:

Zweierlei Maß

In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, sich vor Augen zu führen, wie der Staat die Unterhaltszahlungen sieht, wenn er selbst auf der Zahlseite steht. Können Väter nicht zahlen, springt der Staat mit dem Unterhaltsvorschuss ein. Aber:

* Der Staat zahlt genau den Mindestunterhalt – das scheint ihm ausreichend.
* Er zieht das gesamte Kindergeld ab – nicht wie bei den Vätern nur die Hälfte.
* Der Staat kennt beim Kindergeld keine Altersstaffel. Das betrifft zwar alle Eltern und nicht nur die Unterhaltspflichtigen, zeigt aber, dass der Staat für sich selbst Altersstaffeln ablehnt.
* Er zahlt diesen Unterhalt maximal 72 Monate. Danach hält er es für zumutbar, dass die Mutter selbst zum Lebensunterhalt beiträgt.

Wenn man sich das genauer vor Augen führt, sollte jedem auffallen wenn Vater und Staat als “Versorger” verglichen werden sollten, der Staat hier ganz andere Auflagen zu erfüllen hat als der arbeitenende Vater. Der Staat muss lediglich 6 Jahre einer Unterhaltspflicht gegenüber der Mutter nachkommen, beim Vater kann hier eine weitaus längere Zeit “gebilligt” werden bzw. wird bewilligt. Kinder und ihre Notwenigkeiten sind gleich, zumindest für den Staat. Es spielt keine weitere Rolle wie das Einkommen des Versorgers aussieht – es gibt einen Regelbetrag (Mindesunterhalt) für alle und somit keine weitere Betrachtung ob nicht jemandem eventuell mehr zustünde – auf welcher Grundlage auch?

Es wird sich an dieser Situation wohl auch so schnell nichts ändern. Weder der Staat hat ein Interesse diese Ungleichheit auszugleichen, zumindest scheint es offensichtlich so und dass die Begünstigten rebellieren werden ist wohl auch auszuschliessen. Die Väter, die Jahr ein Jahr aus, dies über sich ergehenlassen müssen werden nicht gehört und erfahren auch keine Unterstützung – somit bleibt einem nur die Möglichkeit diese Informationen publik zu machen, damit jeder erkennen kann worauf er sich einzulassen hat.

Quellen:
Femokratieblog
MANNdat zur Änderung der Unterhaltsleitlinien
MANNdat-Dokument: Zahlesel-Vater (.PDF)

Feedback: Ein kurzer Gedanke

Januar 21, 2010 Von: der_Rastlose Kategorie: Allgemein, Meine Geschichte, Website Intern

Heute erreichte mich eine Email, die ich zum Teil hier zeigen möchte um dazu Stellung nehmen zu können:

Nur ein kurzer Gedanke:
Die Seite, die hier sehr umfangreich und gut strukturiert informiert, erfordert ein enormes Pensum an professioneller Hingabe und Ehrgeiz.
Man erkennt in allen Kommentierungen die Hingabe zur Aufdeckung der Ungerechtigkeiten…

Was wäre nur alles für eine gewünschte Tochter möglich gewesen, hätte sie diese Hingabe und diesen Eifer erfahren können??? [...]

Mein Kommentar:
Nun vorab danke ich natürlich dafür, dass man meine Seite als gut sturkturiert und umfangreich ansieht. Und ja, sie erforderte viel Zeit und Hingabe, die man allerdings sehr schnell findet, sobald man sich mit dieser Sache beschäftigen muss – das geht von den Schlafzeiten ab, leider – aber auch daran gewöhnt man sich sehr schnell.

Die Hingabe kommt von alleine. Ich denke sogar, dass jeder dem großes Unrecht widerfährt und der erkennt das es anderen auch so ergehen könnte, in vielerlei Hinsicht ähnlich agiert. Er spricht vielleicht mit vielen Menschen drüber, schreibt einen Leserbrief an eine Zeitung oder geht zu den TV-Medien. Das Problem mit dieser “Ungerechtigkeit” ist es, dass viele sie noch eben nicht als besonders ungerecht erkennen, sonst hätte sich schon längst was im Familienrecht diesbezüglich getan. Daher ist es für viele Medien “unbequem” oder eben nicht von Interesse, somit bleibt einem nur die Möglichkeit, aktiv zu werden wie ich es derzeit tue. Mit eigener Seite oder wenn man die notendigen Fähig- und Fertigkeiten nicht besitzt, dann engagiert man sich eben in Foren oder auf anderen Seiten.

Zur Frage ob diese Hingabe einem gewollten Kind entgegengebracht worden wäre – das ist schwer zu beantworten, natürlich neigt man schnell dazu “ja” zu sagen, aber ich tendiere eher dazu zu sagen, dass man das mit keiner Bestimmtheit sagen kann. Ich kann für mich jedoch sagen, dass als ich es versucht und ich mich sehrwohl um meine Tochter bemüht habe. Vielleicht nicht so, wie man es sich wünschen würde, aber ich habe die Momente die ich mich mit ihr beschäftigen konnte sehr genossen. Ich denke das wäre alles noch gewachsen – aber diese Möglichkeit wurde mir genommen und mittlerweile, kann ich meine Gefühle nicht mal mehr in Worte fassen.
Man weiß zwar da ist jemand – aber dieser ist gefühlstechnisch so weit weg, dass man ihn irgendwie versucht auszublenden. Vielleicht auch einfach um der Situatzion auszuweichen und sich auf neue Ziele zu konzentrieren, da man die Situation sowieso nicht mehr positiv beeinflussen kann, selbst wenn man wollte.

der Rastlose

Weihnachten … die Nacht der Unmenschlichkeit

Dezember 24, 2009 Von: admin Kategorie: Netzfundstücke

Hallo, liebe kindesberaubte Väter und Mütter,

in wenigen Tagen ist Weihnachten. Das Fest der Mensch gewordenen Liebe. Das Fest der Versöhnung zwischen Himmel und Erde und der Vergebung. Das hohe Fest der heil(ig)en Familie. Tage, an denen Kinder im Mittelpunkt stehen und alle Gedanken darum kreisen: „Wie bereite ich meinen Lieben eine besondere Freude.“

Wer durch den anderen Elternteil und/oder durch professionelle Eltern-Entrechtende und Elternschaft Zerstörende des in Liebe gezeugten und in Schmerzen geborenen Kindes beraubt wurde, erfährt und durchleidet den Weihnachten zugrunde liegenden Gedanken als dessen Gegenteil. Nicht Liebe wird dem ausgegrenzten Elternteil zuteil, sondern Ignoranz. Nicht Versöhnung wird praktiziert, sondern Unversöhnlichkeit. Das Kind wird nicht als gemeinsames Pfand der Liebe, sondern als Waffe benutzt, deren Treffer bis ins Herz schlagen. Nicht das hohe Fest der heil(ig)en Familie, sondern das Fest der zerstörten Familie findet statt. Es bleiben Tage, an denen Kinder im Mittelpunkt stehen, doch die Gedanken kreisen nicht um die Freude, sondern um den Schmerz.

Wer mit der Sehnsucht nach dem geliebten, entzogenen und entfremdeten Kind allein bleiben muss, das vielleicht nur um die Ecke in einer Nachbarwohnung, derselben Stadt oder überwindbare Kilometer weit weg lebt, aber in der „Obhut“ des Jugendamts und dem „Alleinbesitz“ des aufenthaltsbestimmungsberechtigten, vom Gericht favorisierten Elternteils unerreichbarer und ferner für den ausgegrenzten Vater, die ausgegrenzte Mutter ist, als wäre es auf dem Friedhof, — für den ist Weihnachten nicht „geweihte“ Nacht, nicht die Nacht der „Menschwerdung“, sondern die Nacht der Unmenschlichkeit.

Elternberaubung durch Kindesberaubung ist immer auch Kindesberaubung durch Elternberaubung. Dies als „Kindeswohltat“ zu behaupten und zu praktizieren, ist der Auswuchs einer Dekadenz des Geistes und der Moral, wie sie kinderfeindlicher, elternverachtender und obrigkeitsmachtmissbräuchlicher nicht sein kann.

In der Konsequenz der massenhaften Kindesberaubung nimmt die Zahl der elternberaubten Kinder zu, denen mit dem Raub ihrer eigenen Eltern/teile vor allem die Erziehungsberechtigten und deren Erziehungsleistung geraubt werden, die die Obrigkeit bestenfalls durch professionelle Betreuer ersetzen kann, deren Betreuungsleistung sich auf bezahlte Stunden beschränkt und keine Erziehung darstellt, da diese das gesetzlich verbriefte Recht und die Pflicht der Eltern ist.
Die Folge sind mehr oder weniger gut betreute, sprich versorgte, aber nicht erzogene Kinder und Jugendliche, deren durch
Elternentzug und damit verbundene Überforderung des „alleinerziehenden“ Elternteils erzeugte Verhaltensstörungen für ständig neue Bestrafungen der Kinder/Jugendlichen sorgen.
Anders ausgedrückt: Es erzeugt der Gesetzgeber Elternmangel und Erziehungsmangel am Kind/Jugendlichen und bestraft danach die Folgen dieses Mangels.

Ich freue mich, dass mein Essay über „Die heroisierte Alleinerziehende – das Ende ihrer Fahnenstange?“ seine Verbreitung gefunden hat.
Gleichzeitig hoffe ich darauf, dass der Ball, den ich für unsere Kinder und die Gemeinschaft der Familien ins Spiel geworfen habe, von Ihnen und euch im Spiel gehalten wird. Ich kann eine Diskussion nur anstoßen… Sie wach zu halten und auszuweiten, gelingt mit denen, die sie aufgreifen und fortführen und breiter machen und mit mir gemeinsam daran arbeiten, einen gesellschaftlichen Gesinnungswandel anzustoßen und zu vollziehen, der Kindesraub als das erkennt, was er ist – nämlich gesetzlich erzeugte und behördlich praktizierte Kinderfeindlichkeit — und ächtet.

Zum Abschluss möchte ich den Eltern, die sich mit der „Aktion Blauer Weihnachtsmann“ aus der Lethargie des Schmerzes aufgerafft und gehandelt haben, einen besonderen Gruß senden. Wie großartig, wenn sich alle kindesberaubten Eltern und Großeltern in allen Orten Deutschlands am Heiligen Abend als blaue Weihnachtsmänner und blaue Weihnachtsengel vor den Kirchen einfinden und Weihnachtslieder gegen Kindesraub singen würden.
Ich halte diese „Aktion Blauer Weihnachtsmann“ nämlich für eine der besten Ideen, die sich je aus den organisierten Vätergruppen entwickelt hat und werde sie auf Anfrage gern mit meinen Möglichkeiten unterstützen.

Mit weihnachtlichem Gruß,
Karin Jäckel

Wem so viel wahre und ehrliche Worte noch nicht genug sind, der sollte sich ruhig mal folgenden, kritischen Artikel von Frau Dr. Jäckel zu Gemüte führen:
Die heroisierte Alleinerziehende – Das Ende ihrer Fahnenstange? Von Karin Jäckel

Bundesgerichtshof XII ZR 74/08, Urteil vom 18.03.2009 – Unterhalt

Allein erziehend. Das hat was. Allein erziehend ist eine Art Orden der weiblichen Emanzipation.
Getreu dem Motto „War der Kerl der Griff ins Klo, ex und hopp und aus die Show“, erfüllt die allein erziehende Heldin der Selbstbefreiung vom Klassenfeind den Parteigrundsatz der SPD: „Wer mehr Menschlichkeit will, muss das Männliche überwinden.“ Wenn das nicht Emanzipation pur ist!


Zum vollständigen Artikel

Urteil am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Dezember 09, 2009 Von: der_Rastlose Kategorie: Netzfundstücke, Rechte & Gesetze

Seit Donnerstag, 03. Dezember 2009, überschlagen sich Foren von Vätern und die Webseiten und Inhalte der unterschiedlichen Medienvertreter regelrecht. Grund dafür, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, dass einem Vater – wie sollte es auch anders zu erwarten sein – Recht gab, und die gängige Praxis in Deutschland in Bezug auf das Sorgerecht von unverheirateten Vätern rügte.

Darauf hin kam eine Informationswelle ins Rollen, die man so bisher wohl noch nicht gesehen hat. Ich habe mir das genau angesehen und denke gut eine Woche später, kann man das Geschehene wohl versuchen zu analysieren.

Klar, das Urteil ist schon wichtig, aber hält es auch was es vielleicht verspricht? In meinen Augen bei weitem nicht, aber schauen wir uns ein paar Pressemeldungen dazu an:

Stuttgarter Nachrichten: zu mehr Rechte für ledige Väter
Stuttgart. Es gibt erste Schritte weg vom Gluckendenken: Laut einem neuen Gesetz dürfen seit September geschiedene Mütter den Umgang zwischen Kind und Vater nicht mehr grund- und straflos sabotieren. Zudem hat nun der Europäische Gerichtshof die Rechte lediger Väter gestärkt. Gute Erziehung, das wissen auch immer mehr Richter, gelingt am besten gemeinsam.

Laut Gesetz dürfen seit September geschiedene Mütter den Umgang zwischen Kind und Vater nicht mehr grund- und straflos sabotieren, aber berücksichtigt das Gesetz auch ledige Mütter die den Umgang zu ledigen Vätern sabotieren? Wird dies in der Praxis bereits umgesetzt und gibt es Urteile wo Frauen entsprechend gerügt werden und Konsequenzen zu spüren bekommen – bei weitem nicht.

Märkische Oderzeitung: Auch ledige Väter haben Rechte

Frankfurt/Oder. Bisher hat Deutschland einen Sonderweg beschritten. Dies geschah sicherlich mit der guten Absicht, die Institution Ehe zu stärken, etwa in dem Sinne, dass es ja irgend einen Unterschied geben müsse, ob ein Vater sich durch Heirat zu Frau und Familie bekennt oder eben nicht. Nur geht ein solches Argument dann an der Lebenswirklichkeit vorbei, wenn in einer Gesellschaft wie der unsrigen mittlerweile jedes dritte Kind nichtehelich geboren wird. Überhaupt gibt es in der bisherigen Regelung einen kaum zu erklärenden Widerspruch, was Rechte und Pflichten nicht verheirateter Väter betrifft. Einerseits müssen sie – zu Recht – für den Unterhalt ihrer Kinder und zum Teil auch der Mütter aufkommen. Andererseits wird ihnen mit Hilfe des Gesetzgebers in vielen Fällen der Kontakt zu den Kindern verweigert. Das Straßburger Urteil wird Vätern wohl nun zu einem Stück mehr Gerechtigkeit verhelfen.

“Einerseits müssen sie – zu Recht – für den Unterhalt ihrer Kinder und zum Teil auch der Mütter aufkommen.” Wer teilt den Journalisten denn mal freundlich mit, dass der Unterhalt für die Mutter, bei weitem den Unterhalt für die Kinder übersteigt. Und vor allem, wie kommt man auf die Floskel “zu Recht”? Sollte ein Kind nicht von beiden Elternteilen versorgt werden und beide Erwachsene für sich selbst sorgen? Jede Frau die bereitwillig sich in diese Situation bringt – denn Väter haben ja wie schon oft erläutert kein Mitspracherecht – handelt somit völlig freiwillig, der Unterhalt für Mütter ist bei weitem nicht “zu Recht”, sondern die staatliche Pflichtversklavung, da sonst sich wohl keine Frau darauf einliesse Kinder zu bekommen, ohne deren und ihre eigene Versorgung sichergestellt zu wissen.

NRZ: Kommentar zum Sorgerechts-Urteil

Essen. Willkommen in der Jetzt-Zeit: Nun wird man in Deutschland reagieren müssen. Der Gesetzgeber wird eine Regelung finden müssen, die unverheiratete Väter zu ihrem (Sorge-)Recht kommen lässt. Niemand sollte sich etwas vormachen: Es wird im Einzelfall schwierig, diese Regel zu leben. Es wird auch künftig vorkommen, dass Gerichte das Sorgerecht nur einem Elternteil zusprechen.

Ich denke, bis eine Gesetzesänderung kommen wird, die durchaus einige Jahre auf sich warten lassen kann, wird sich vor Gerichten in Deutschland die Situation überhaupt nicht ändern. Ohne die notwendige Gesetzesgrundlage werden Gerichte nicht anders entscheiden, wie es heute der Fall ist.

Westfalen-Blatt: Zum Sorgerechts-Urteil

Bielefeld. Das Beste, was einem Kind passieren kann, ist die Liebe und Fürsorge seiner Eltern. Mit seinem Urteil stärkt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Rechte lediger Väter, die nach deutschem Recht im Kampf um ihr Kind bislang leer ausgegangen sind. Väter ohne Sorgerecht bleiben bislang in Deutschland im Regen stehen. Auf dem Papier haben sie nicht einmal das Recht, telefonisch Kontakt zu ihrem Kind aufzunehmen oder sich in der Schule über die Leistungen ihres Nachwuchses zu informieren. Natürlich kann es im Einzelfall richtig sein, den Vater von seinem Kind fernzuhalten. Genauso aber gibt es Mütter, die man Kindern lieber nicht zumuten sollte. Das Urteil schafft mehr Gleichheit zwischen ledigen Müttern und Vätern.

Auch hier der mahnende Fingerzeig, das Urteil schafft lediglich neuen Spielraum für Spekulationen, wie denn eine neue Gesetzgebung aussehen kann, so wie bisher jedoch wird es nicht weiter gehen können. Kommentare von Richtern und Politikern lassen bereits erkennen wie weit man wohl bereit ist, von der bisherigen Position abzuweichen, ich vermute mal nicht besonders weit und alles bleibt beim alten.

Ostthüringer Zeitung: Zum Väterurteil

Gera. Das Straßburger Urteil war überfällig. Wir brauchen eine Regelung, die jedem Elternteil dieselben Rechte einräumt, unabhängig vom Trauschein und vom Geschlecht. Gleichzeitig sollte das Urteil Väter aber auch daran erinnern, dass sie nicht nur gleiche Rechte, sondern auch gleiche Pflichten haben. Immer noch gibt es etliche, die sich nach Trennung nicht mehr für ihre Sprösslinge interessieren und bei den Unterhalts-Zahlungen Probleme machen.

Viele Pressevertreter scheinen nicht zu verstehen, dass Sorgerecht und Unterhaltsrecht, leider zwei Paar Schuhe sind. Nur weil das Sorgerecht eventuell eine Korrektur erfährt, bedeutet dies bei weitem nicht, dass das Unterhaltsrecht nicht ebenfalls längst überfällige Korrekturen notwendig hat.

Es bleibt somit abzuwarten und spannend zu sehen, wie sich die rechtliche Situation in Deutschland verändern wird, wenn sie das denn wirklich sollte – ich bleibe da lieber ein wenig pessimistisch.

Der Spiegel jedoch, endet in seinem Artikel: “Der besorgte Vater” (Spiegel 50, 2009) schon mit mahnen Worten und “warnt alle Väter vor zu früher Freude.”

Den Artikel gibt es hier zum download:
spiegel_bv

Neuanfang – 365 Tage Später

November 17, 2009 Von: der_Rastlose Kategorie: Meine Geschichte

Heute ist es genau ein Jahr her und ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen:
Ich konnte die Nacht kaum schlafen und war mir nicht sicher was auf mich wartete. Ich machte mich mit engen Freunden auf, um Deutschland, dem Unrecht und sämtlichen mir aufgetischten Lügen den Rücken zu kehren.
Leider musste ich mich dafür auch von meiner Tochter verabschieden, aber man wollte sowieso nicht, dass sie ihren Vater behält.

Ich hatte mein Gepäck bereits am Wochenende verpackt und mich von meinen Freunden verabschiedet, somit stand die Abreise fest, aber nun war es soweit. Nach dem großen Abschied, stand ich nun das erste Mal seit langer Zeit wieder vollkommen alleine da. Ich trank einen Kaffee und blickte zurück auf das, was mir in den letzten 14 Monaten passiert war.

Noch ein wenig ungläubig und mit einer grossen Ungewissheit, trat ich also nun ein neues Leben an. Nicht wissend, was mich erwartete, aber wohl wissend, was mich nun in Deutschland zumindest nicht (mehr) erwartete. Zurückblickend muss ich heute sagen, es muss schon einiges dazu gehören, jemanden so weit in die Enge zu treiben, dass er ausbrechen will und bereit ist, mit seinem bisherigen Leben radikal zu brechen. Alles hinter sich zu lassen, einen Neuanfang zu wagen, ohne aber genau zu wissen, wie dieser wohl aussehen mag.

Eine letzte Zollkontrolle in Deutschland, wo man mir genau in die Augen schaute, um mir dann “einen schönen Flug” zu wünschen. Ich ging durch eine Automatiktür und befand mich offiziell im allgemeinen Luftraum, zwar noch in Deutschland aber immerhin. Ich holte mir eine Zeitung und versuchte etwas zu lesen, aber durch eine innere Unruhe vermochte ich den Artikeln nicht richtig zu folgen. Es folge das Boarding, die Maschine hob ab und kurz danach lehnte ich mich zurück, um ein wenig zu schlafen. Als ich erwachte, war es ruhig und Deutschland auf der Flugkarte schon gar nicht mehr zu sehen – ich fühlte mich auf einmal irgendwie frei. Die junge Dame neben mir schaute mich an und fragte ob alles in Ordnung sei, aber mehr als ein “jetzt schon” brachte ich nicht über die Lippen und sackte wieder zurück.

34 Stunden später – wieder eine Passkontrolle, ein Lächeln, ein Stempel und ein Nicken, ein ewig langer Weg zu meinem Gepäck, ein Durchwinken am Zoll, eine Ankunftshalle, die erste Zigarette und nur ein Gedanke: “geschafft”.

Von nun an sollte alles anders laufen, ich hätte nichts mehr zu befürchten und könnte neu anfangen. Neuanfang, etwas von fängt von neuem an oder etwas neu beginnen? Hoffe doch letzteres, aber das wird erst die nun wieder offene Zukunft zeigen.

Doch zurück in die Gegenwart, was ist passiert – unglaublich, wie schnell so ein Jahr vergeht und womit man sich vor allem die Zeit vertreibt. Kurzer Einblick gefällig?

In den vergangenen 365 Tagen habe ich – zumindest sagen es so meine Aufzeichungen – mit 753 Blockbustern, 19 Serien, 43 Konsolenspielen und dem schreiben von Bewerbungen verbracht.

Zudem habe ich mich weitergebildet und einige Trainings in unterschiedlichen Bereichen absolviert. Ich habe einen Blog erschaffen, der in Kürze die 100.000 Besuchermarke knacken wird und ich glaube sehr viele interessante Inhalte bereithält. Ich habe einen Werbefilm erstellt, wie ich mir Familienwerbung in der Zukunft in Deutschland vorstelle, sowie noch so einiges anderes, was ich aber hier nicht weiter erläutern möchte.

Ich habe einen interessanten Menschen getroffen, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist und den ich schon jetzt vermisse. Darüber hinaus habe viele neue Kontakte geschlossen mit anderen Betroffenen und auch welchen, die mich zwar verstehen können, die diesen Schritt aber nie so konsequent gegangen wären.

Ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber ich denke es ist ausreichend, wenn ich sage, ich bereue den Schritt nicht und er war der Richtige. Ich kann mir nur schwer ausmalen, wie es geworden wäre, wenn ich in Deutschland geblieben wäre, wo man mir heute bei Einreise mit Verhaftung droht.

Man hat mein Leben in Deutschland zerstört, versucht mich zu brechen und zu unterdrücken, und ich habe das gemacht, was jeder andere ebenfalls tun sollte, der sich damit konfrontiert sieht: einen Neuanfang.

In diesem Sinne, stosse ich virtuell mit Euch auf eine bessere Zukunft an.

名誉
平和
自由

Sollte ich mir weitere Gedanken machen?

Oktober 25, 2009 Von: der_Rastlose Kategorie: Meine Geschichte, Netzfundstücke

Es ist nun über ein Jahr vergangen, dass ich meine Tochter das letzte mal gesehen habe und ich studiere die Seite der IGM (Schweiz) – Interessengemeinschaft geschiedener und getrennt lebender Männer:

“Die Schweiz hat eine der höchsten Scheidungsraten Europas.

Wo blanker Hass und mörderische Wut einzige Entscheidungsträger sind, ist oft zu sehen: das Kind als Faustpfand und Druckmittel dafür, den verhassten Expartner bis aufs Blut zu demütigen. Dabei werden von diesen Müttern die Interessen des Kindes gnadenlos negiert. Man ignoriert schlicht die Tatsache, dass ein Vater nicht weniger als die Mutter vom Kind gebraucht wird.”

Mit Wucht belegen dies die Untersuchungen des Schweizer Soziologen Matthias Christen, welcher im Exposé «Vaterschwund in der Schweiz» Auswirkungen einer «vaterlosen Gesellschaft» in ihrer nackten Zahl dokumentiert:

Aus vaterlosen Familien stammen:

* 63% der jugendlichen Selbstmörder
* 71% der schwangeren Teenager
* 90% aller Ausreißer und obdachlosen Kinder
* 70% der Jugendlichen in staatlichen Einrichtungen
* 85% aller jugendlichen Häftlinge
* 71% aller Schulabbrecher
* 75% aller Heranwachsenden in Drogenentzugszentren
* 88% aller verhaltensgestörten Kinder und Jugendlichen.

In hohem Masse zu bedauern ist bei all dem die Tatsache, dass solche Misstände von der Justiz, die über die Zuteilung des Sorgerechtes entscheidet, nicht nur mitgetragen, sondern eifrig gefördert werden. Ein zu solchen Entscheidungen befugter Richter gegenüber der IGM (Schweiz) lapidar:
«Wir entscheiden so gut wie immer pro Mutter und contra Vater weil es sich so bewährt hat.»

Muss ich mir weitere Gedanken über meine Tochter machen, dass sie vielleicht ebenfalls irgendwann mal in einer solch ähnlichen Statistik zu finden sein wird?

Handeln kann ich ja nicht mehr, da mir bei der Einreise nach Deutschland eine Verhaftung droht, werde ich diesen Schritt bestimmt nicht vor Ablauf jeglicher, möglicher Sanktionen gegen mich wagen. Das entspricht derzeit ungefähr einem Zeitraum vom 10-15 Jahren. Somit bleibt mir eigentlich keine andere Möglichkeit als den Staat, die Justiz, Jugendämter und die Mutter meiner Tochter dafür verantwortlich zu machen, was mit meiner Tochter passiert.

Eigentlich erschreckend wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, aber das System scheint wohl auch in Deutschland, ähnlich der Schweiz zu funktionieren – ich kann nur hoffen, dass diese aufgedeckten Zahlen für Deutschland nicht gelten.

Familienfreundliche Werbung 2010

Oktober 15, 2009 Von: der_Rastlose Kategorie: Allgemein, Netzfundstücke

Nach dem Pixie-Buch Skandal in Hamburg (siehe Ende des Artikels), frage ich mich nicht seltener warum sich an der vaterunfreundlichen Familienpolitik in Deutschland überhaupt was ändern sollte.

Was ist schlimm daran wenn Kindern näher gebracht wird, dass eine Familie aus Vater, Mutter und Kindern besteht?
Jedem Kind ist es doch nur zu wünschen in einer intakten Familie aufzuwachsen, oder irre ich mich?

Abgesehen davon, dass Kinder heute nur noch selten Steffen, Max oder Bruno heißen, sondern Marc-Kevin, Gordon oder Mary-Christin ist das Buch meiner Errinerung nach super und absolut Klassenraum-diskussions-tauglich. Alleine, um so etwas wie das “traditionelle Familienbild” mal zu besprechen und vielleicht sogar als nen manchmal erstrebenswerten Zustand zu vermitteln – es gibt genug Kinder die von Müttern, Gerichten und Behörden eben dieses Zustands beraubt werden.

Über was sich einige Politiker den Kopf zerbrechen, anstatt die Misstände zu beheben, das ist schon wirklich erstaunlich. Grund genug, mal die familienfreundliche Werbung ab 2010, wie sie wohl bald aussehen wird zu erzeugen und zur Diskussion ins Netz zu stellen. Allerdings konnte ich mir die Anmerkungen am Anfang und Ende des Spots nicht verkneifen.

Links zum Pixie-Buch Skandal
auf Bild.de
auf Mopo.de

“Es besteht Haftbefehl”

Oktober 12, 2009 Von: der_Rastlose Kategorie: Allgemein, Meine Geschichte

Es ist hier bereits Dienstag, 13. Oktober 2009 als ich eine Email meines ehemaligem Mitbewohners erhalte.

“Schock” – zumindest bei ihm – als er mir sagte, er habe Besuch von zwei KriPo-Beamten in Kampfanzügen gehabt. Kurz: man sagte ihm, dass für mich ein Haftbefehlt bestünde und man wolle kontrollieren, ob ich auffindbar sei.

Nachdem sie unverrichteter Dinge wieder abgezogen sind, schickte er mir natürlich eine Email mit den Kontaktdaten der Beamten, da ich mich bei ihnen melden sollte. Ich zögerte nicht mit ihnen in Kontakt zu treten, auch wenn es schon sehr spät bei mir war.

Sie sagten mir, dass ich wohl Probleme wegen “Unterhalt” hätte, und dass ich ihnen mitteilen sollte, wo ich mich derzeit aufhalte. Als ich ihnen sagte, wo ich mich aufhalte und vor allem auch, dass ich mich ordnungsgemäß abgemeldet hätte, waren sie erstmal erstaunt, sagten dann jedoch, dass es wohl Probleme geben könnte bei der nächsten Einreise in Deutschland. Als ich sie nach dem warum fragte, sagten sie mir, dass ein Haftbefehl gegen mich ergangen wäre, wollten jedoch keine weiteren Details kommunizieren, da sie mich am Telefon nicht authentisieren könnten. “Lustig”, ein Wildfremder kann sie kontaktieren und befragen, ob ein Haftbefehl besteht, mehr Informationen geben sie allerdings nicht raus, ob das rechtmäßig ist, sollten andere klären.

Nun denn, interessant finde ich auch, dass ich mich rechtmässig bei der Stadt München abgemeldet habe und zudem dem Jugendamt meine neue Adresse bekannt sein sollte, und dennoch die SEK-ähnlichen Jungs an der falschen Stelle anfangen zu suchen.

Ich habe ein Aktenzeichen bekommen und werde jetzt mal sehen, dass ein Anwalt mir Akteneinsicht verschaffen kann, denn mich interessiert wirklich was sich in der letzten Zeit so zugetragen hat.

Schade nur, dass mein ehemaliger Mitbewohner kein Bild der beiden gemacht hat, hätte ich gerne gepostet wie die ausgesehen haben, denn derzeit mache ich mir dazu einige Gedanken …

131008BER702

Vielleicht hat es so ausgesehen, aber ich denke auch da hätte der “Rechtsstaat” ein wenig über die Stränge geschlagen, normal Uniformierte waren es aber nicht – er sprach von Kampfanzügen …

aus dem Land der aufgehenden Sonne
der Rastlose

Vater wider Willen (WDR3)

September 04, 2009 Von: der_Rastlose Kategorie: Netzfundstücke, Rechte & Gesetze

Am 3. September 2009 um 22:00 lief im Dritten Programm (WDR3) FrauTV mit dem Thema “Vater wider Willen”.

Hier ein paar Auszüge aus den Texten:

Es gibt sie: die Männer, die von der Mitteilung mehr als unangenehm überrascht sind, dass sie Vater werden. Sie sind geschockt, fühlen sich hintergangen oder unvorbereitet. Warum ist das? Rainer Neutzling, Soziologe und Buchautor, versucht es so zu erklären: „Zur immer noch vorherrschenden geschlechtsspezifische Erziehung, gehört es dazu, dass Mädchen sehr früh lernen, stolz darauf zu sein, ein Kind quasi „allein aus sich heraus“ zu schaffen. Jungen dagegen erfahren weniger, dass sie stolz darauf sein dürfen, Vater werden zu können.

Interessanter Ansatz, Herr Soziologe, aber was ist denn mit der Tatsache, dass sich ein ungewollt-Vater-werdender Mann einer jahrenlangen Verknechtung, z.B. in einer ungewollten Beziehung, aber mindestens der jahrelangen Zahlung an Unterhalt gegenüber gestellt sieht (auch wenn das riesige Ausmaß erst später richtig klar wird)? “Muterglück” heisst transportiert bestimmt “Vatersorge”.

Ein Mann, auch wenn es nur ein „One-Night-Stand“ war – oder der Abschiedssex – hat ein Recht darauf, von seiner Vaterschaft zu wissen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Letztendlich schadet man einem dritten Individuum, nämlich dem Kind, das ein Recht auf beide Elternteile hat. Denn zu einer gesunden Entwicklung gehört das Urvertrauen, von beiden Eltern geliebt zu werden. Und diese sollten alles Organisatorische möglichst vernünftig klären. Dass das nicht immer leicht ist, ist vollkommen klar. Daher empfiehlt es sich, eventuelle Kränkungen und zu Verletzungen aufzuarbeiten, aber nicht in Rache umschlagen zu lassen. Und schon gar nicht zeugt es von seelischer Reife, ein Kind im Geschlechterkampf zu instrumentalisieren.

Sicher gibt es Väter, die sich im Falle einer Trennung vor Unterhaltszahlungen drücken. Doch immerhin zahlen 75 Prozent aller Trennungsväter und sogar fast 100 Prozent derjenigen, die sich das Sorgerecht mit den Müttern teilen. Deutsche Familiengerichte sprechen bei einem gerichtlichen Streit nach einer Scheidung das Sorgerecht meistens den Müttern zu. 2008 geschah dies bei 25.000 Fällen immerhin 12.000-mal.

Diese Zahlen finde ich immer besonders interessant. Es wird immer von Trennungsvätern ausgegangen und viel mehr von Scheidungen, als ob es anderes gar nicht gäbe – aber bestimmt nicht in der Statistik. Dennoch, 75% zahlen – weil ihnen meist wohl nichts anders übrig bleibt; 100% derer die ein geteiltes Sorgerecht haben: für mich einleuchtend, denn aus dem Sorgerecht leitet sich ja erst die Vermögenssorge ab – somit für mich nicht unlogisch ganz im Gegenteil sogar.
Und dass bei Scheidungen das Sorgerecht meist der Mutter zugesprochen wird, ist für mich auch nichts Neues.

Was auch immer die Gründe sein mögen, ob geschieden oder niemals verheiratet: Kinder brauchen Mutter und Vater – vorausgesetzt natürlich der Vater ist kein Gewalttäter.

Vorausgesetzt natürlich die Mutter ist kein Gewalttäter oder auch sonst nicht schädlich oder gefährdend für das Kind, so könnte man natürlich auch argumentieren, wird aber bewusst nicht, denn sonst würde ja das allgemeine Mutterbild wackeln und das möchte ja keiner.

Mal wieder etwas, wo sich der Redakteur seine Antworten selbst liefert. Man hätte sehr wohl weitere Betroffene befragen können, ich denke es gibt genug Menschen die gerne Rede und Antwort gestanden hätten um ein wenig mehr Klar- und vor allem Wahrheit in diesen Bericht zu bekommen, aber wie so oft ist die Bereichtserstattung nicht dazu gedacht Wahrheiten und Probleme aufzudecken sondern wahrscheinlich nur um ein Schicksal zu dokumentieren.

Prädikat: Man(n) kann es sich getrost sparen.

Wer es sich dennoch ansehen möchte kann den Podcast (70MB) aus der WDR3 Mediathek herunterladen.

Alternativ habe ich den Bericht bei Zshare.com gespiegelt, wo man ihn also “streamen” kann ohne Download.